Bericht zur Solidemo am 2.3.2010

Solidemo


Am gestrigen Aktionstag (2.3.) zum Prozessauftakt in Österreich demonstrierten ca. 50 Menschen in Dortmund für die Einstellung des Verfahrens und zeigten ihre Solidarität mit den Betroffenen aus unserem Nachbarland. Trotz einsetzenden Regens wurde kraftvoll auf das Anliegen der weitläufig aus dem Umkreis Dortmund angereisten DemonstrantInnen aufmerksam gemacht. Anhand einer lebensgroßen Figur wurde den PassantInnen deutlich gemacht, welche legalen Handlungen und Grundrechte durch Ermittlungsbehörden und Gesetzgebung in Zusammenarbeit mit Wirschaftsunternehmen kriminialisiert und eingeschränkt/ignoriert werden. So wurde aufgezeigt, dass die weltweiten Angriffe auf die Tierschutz- und Tierrechtsbewegung nicht nur einige ausgewählte, sondern alle Menschen betreffen. Über Flyer, Transparente, Schilder und lautstarke Stimmen wurde an diesem Tag gezeigt, dass die Betroffen nicht allein sind.

Weltweite Solidaritätsbekundungen fanden zeitgleich zum Beispiel in Spanien, Finnland, Deutschland, England, den Niederlanden, der Schweiz, und natürlich auch in Österreich selbst statt. Der Prozess ist für mindestens ein halbes Jahr angesetzt, mit mehreren Verhandlungstagen in der Woche und Anwesenheitspflicht für die Angeklagten. Eine gesicherte Existenz und ein freies, geregeltes Leben ist für diese unmöglich. Willkürliche und haarsträubende Vorwürfe, widersprüchliche und offensichtlich gelogene Beweisführungen, sowie das Konstrukt einer kriminellen Organisation unter Individuen mit politisch und privat immensen Differenzen zeigen deutlich, dass der Prozess einzig das Ziel hat eine soziale Bewegung zu durchleuchten und handlungsunfähig zu machen. Dieser Angriff trifft unmittelbar die AktivistInnen in Österreich, stellt jedoch auch eine Gefahr für alle sozialen Bewegungen dar, denn wenn Kampagnen gegen die Unternehmenspolitik eines Wirtschaftsunternehmens, die Aufklärung der Bevölkerung über Missstände in unserer Gesellschaft, Demonstrationen und Protest gegen Ausbeutung und Unterdrückung kriminalisiert werden, werden unsere Grundrechte mit Füßen getreten oder schlichtweg ignoriert. So ein Zustand und solch eine Entwicklung darf nicht hingenommen werden. Die Ereignisse in Österreich gehen jeden etwas an, dem diese Grundrechte unserer Gesellschaft wichtig sind!

Informationen zum Prozess: antirep278a.blogsport.de und antirep2008.tk

Spendenkonto - direkte Unterstützung für die Prozesskosten der betroffenen TierrechtlerInnen in Österreich:

Rote Hilfe e.V.
Kontonummer: 191100462
Bankleitzahl: 44010046
Postbank Dortmund
Zweck: § 278a


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