Von AktivistInnen gegen den Pelzhandel der ESCADA AG zur Hilfe gerufen, besuchte am vergangenen Samstag (27.09.08) Sherlock Holmes mit seinem Spurensicherungsteam die ESCADA-Filiale in Münster.
Bevor der berüchtigte Detektiv seine Arbeit aufnahm, wurde der "Todort Escada" großflächig gekennzeichnet. Mit Kreide wurden die Überreste des blutigen Pelzhandels des ESCADA-Konzerns umrandet, begleitet von neugierigen Blicken der PassantInnen. Diese wurden während der nächsten vier Stunden per Megaphon, Fluglätter und an einem Infotisch über den Tathergang, seine Hintergründe und seine Folgen für sog. "Pelztiere" aufgeklärt. Für die Opfer kam leider jede Hilfe zu spät - nur noch ein stinkender Käfig und die Überreste ihrer Haut ("Pelz") ließen das Grauen erahnen, das ihnen widerfahren sein muss. Beim Anblick der vor ihm ausgebreiteten Pelze stellt Sir Sherlock Holmes fest (Übersetzung):
"Offenbar wurden hier fühlende Lebewesen umgebracht, um aus ihrer Haut Kleidung herzustellen. Ich bin schockiert über die Brutalität dieser Tat und habe keine Zweifel, dass die ESCADA AG hierfür mit verantwortlich ist." Der Konzern zeigt indes keine Reue und fährt mit seinem blutigen Handwerk fort. In den kommenden Wochen beginnt auf den sog. "Pelzfarmen" die "Ernte", d.h., die dort eingesperrten Tiere werden mit Abgasen erstickt oder mittels Stromschlag umgebracht, um dann in den Schaufenstern pelzverkaufender Unternehmen wie ESCADA zu hängen. Die Ermittlungen und Proteste der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung dauern derweil an.
Bericht: Demo am 3.5. in Münster: Der Sommer naht und die Masse an Pelzprodukten verschwindet aus den Regalen der Modegeschäfte.
"Aus den Augen aus dem Sinn" ist nicht nur für Escada, welche in Münster die Pelze in Wintertagen während der Demo in den hinteren Teil des Ladens räumten, ein Leitspruch, denn auch viele Menschen meinen, dass das Leid und der Mord an Tieren zusammen mit der Wintermode verschwinden.
Die Realität sieht aber anders aus: zur Frühlings- und Sommerzeit werden die neuen sog. Pelztiere herangezüchtet, um dann im Herbst für die Wintermode dieses Jahres nach nur 7 Monaten umgebracht zu werden. Genau aus diesem Grund werden Proteste zu jeder Jahrezeit nötig sein, denn Tierausbeutung ist kein Saisonereignis, sondern findet täglich statt - ob z.B. verfremdet als "Steak" auf dem Teller, Pelz am Kragen oder direkt in den Schlachthäusern.
Nach Feierabend etwas Aufklärung? AktivistInnen demonstrierten nun zur "Feierabendzeit", um eine größere Masse über die Kampagne gegen den Pelzhandel der Escada AG aufzuklären. Ein paar Denkanstöße nach Feierabend, sich nicht nur gegen Pelz allgemein und bei Escada umzustellen, sondern auch seine eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen, können nicht schaden.
Am Dienstag (12.02.) sollte zunächst eine Demonstration vor ESCADA stattfinden. Als die AktivistInnen vor Ort jedoch die Kundgebung einer Psycho-Sekte vorfanden und deren Reden anfänglich noch mit lautem Pfeifen störten, entschlossen sie sich spontan, den Demo-Standort vor BiBA in den Münsteraner Arkaden zu verlegen, um nicht mit den seltsamen Gestalten assoziiert zu werden.
Vor BiBA angekommen fand die Demonstration wieder den gewohnten Anklang. Viele Menschen nahmen Flugblätter über ESCADA / BiBA entgegen oder informierten sich zum Thema Veganismus am Infotisch. Ein gelungener Tag im Kampf gegen ESCADAs Pelzhandel!
Am heutigen Montag (14.01.07) verteilten AktivistInnen gleichzeitig vor Biba und Laurèl in Münster Flugblätter gegen den Pelzhandel der Escada-Tochterunternehmen.
Zwei Monate nach dem Kampagnenstart und über 100 gelaufenen Aktionen berichten Tierrechtsgruppen nun über zunehmende Repression. In Berlin dürfen bereits angemeldete Demonstrationen nicht mehr direkt vor den Filialen stattfinden, sondern müssen 50 Meter Abstand halten, in Hamburg sind es gar 100 Meter. Die Aktivist_innen wollen diese Einschränkung ihrer Rechte aber nicht unwidersprochen hinnehmen.